38 – Hegel und das Ende der Krabbenbande

Das sind sie!,  raunt Hegel zu Bosse hinüber.
Die Halunken schauen sich immer wieder verstohlen nach allen Richtungen um. Nur einmal ist ein ganz leises Schnattern zu hören, worauf einer vom Nebenmann gleich eine Ohrfeige bekommt. ‚Klatsch‘ – das hören sogar Hegel und Bolle.

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Hegel will schon losrennen, aber da hält ihn Bolle Hecht zurück.
Hegel, wir müssen noch kurz warten, bis sie die Schatzkästchen aufmachen. Dann haben wir sie wirklich auf frischer Tat ertappt, mahnt Bolle.

Ein paar Minuten später sind die Halunken bei den Schatzkästchen und machen sie auf. Jetzt sehen Hegel und Bolle die fünf Typen genauer, sie sind kräftig und schauen alle finster drein. Ohje, wie sollen sie die nur fangen?

Bolle blickt zum Himmel und sucht nach Harke und Borke. Die sind nicht weit weg und bekommen alles mit. Mit den Flügeln geben sie Bolle ein Zeichen, sie sind bereit.

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Los Hegel, jetzt fangen wir sie, Harke und Borke sind auch da, flüstert er Hegel zu.
Hier nimm auch ein paar Flügelschellen, er reicht Hegel ein paar rüber.

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Hegel steht auf, Also, auf Drei rennen wir los. Eins zwei … und schon rennt er los, Bolle gleich hinter ihm her.
Es ist nicht weit zu den Halunken. Die haben ihre Köpfe noch in den Schatzkästchen und gar nicht mitbekommen, dass Hegel und Bolle kommen.

Jetzt haben wir euch, ihr Halunken!, ruft Bolle als sie nur noch wenige Meter weg sind. Die Bande lässt die Schatzkästchen fallen und rennt weg. Und wie schnell die sind!

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Halt! Bleibt stehen! Ihr seid ertappt! ruft Hegel ihnen zu.
Die Halunken aber rennen weiter und heben plötzlich ab.

So eine Sch…eibenkleister! ruft Hegel völlig außer Atem. Bolle Hecht hechelt drei Meter hinter ihm her und bekommt keinen Laut aus sich raus.
So ein Pech aber auch! schimpft Hegel, fast hätten wir sie gehabt.
Bolle nickt, immer noch außer Atem.

Dann hören die beiden über sich pötzlich ein Zischen und Rauschen wie bei Starkwind. Als sie zum Himmel blicken, kommen Harke und Borke daher und hinter ihnen ihre Kumpels. Das ist die komplette Boßelmannschaft von Schlammbüssel.

Sie fliegen furchteinflößend schnatternd über sie weg und der Krabbenbande hinterher. Jeder hat einen großen schweren Boßel in der Klaue. Kurze Zeit später haben sie die Halunken eingeholt und umkreisen sie. Die haben keine Chance zu entkommen. Und einen Boßel will auch keiner auf die Flügel kriegen, das tut fürcherlich weh.

Wenig später übergeben sie die Krabbenbande Hegel und Bolle. Die legen ihnen gleich die Flügelschellen an.
So, jetzt haben wir ihnen das Handwerk gelegt. Die Falle ist zugeschnappt! Und dank eurer aller Hilfe können wir sie jetzt hinter Gitter bringen. ruft Hegel den vielen Helfern zu. Die gesamte Mannschaft spendet flügelklatschend und schnattrig lachend großen Applaus.

Hegel und Bolle bringen die Krabbenbande anschließend in das Geflugfängnis der Hallig.

Geflugfängnis

Danke Bolle, ohne Deine Hilfe und die der anderen hätte ich das alleine nie geschafft, bedankt sich Hegel bei Bolle Hecht.
Ach das ist doch selbstverständlich. Ohne Deinen Einsatz Hegel wäre es gar nicht so weit gekommen, gibt Bolle den Dank zurück.

Hegel lehnt am Zaun und schnauft erst einmal aus. Puhhh, das wäre geschafft!
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Beide gehen anschließend zu Großonkel Hein. Der wartet schon gespannt und lässt sich alles haarklein berichten.

Am nächsten Tag kommt ein großer Bericht davon in der Zeitung ‚Der Hallig-Bote‘. Von Hegel ist sogar ein großes Foto drin.

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Als Hegel das sieht, freut er sich riesig. Und ist auch ein klein wenig stolz darauf, dass er das mit Hilfe der anderen so gut geschafft hat.

Am andern Morgen verabschieden sich Hegel und dr Großvaddr von Großonkel Hein und Bolle und fahren mit der Fähre wieder zurück ans Festland. Harke und Borke fliegen noch eine Weile neben ihnen her und winken zum Abschied mit den Flügeln.

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Auf der Rückfahrt fällt Hegel gleich in einen Tiefschlaf, so müde ist er.

Er träumt von seinem Freund Bolle, von der Boßelmannschaft mit lauter Schatzkästchen in ihren Klauen und natürlich von Harke und Borke. So möchte er fliegen können ….

                    * * *    E N D E    * * * 


37 – Hegel und die Falle

Gleich nach Sonnenaufgang treffen sich Hegel und Bolle. Auch Harke und Borke sind schon in der Nähe und drehen über ihnen eine Runde.

Hegel legt gleich los, Bolle, ich habe mir folgendes überlegt. Wir stellen der Krabbenbande eine Falle. Dann legen wir uns auf die Lauer und schnappen sie. Was meinst Du dazu?

Das ist eine super Idee Hegel!, ruft Bolle Hecht begeistert.
Was für eine Falle stellen wir Ihnen?, will er wissen.

Hegel erklärt ihm, Wir legen einige Schatzkästchen bereit, die so aussehen, als wären sie noch mit Perlen gefüllt. Natürlich sind keine Perlen drin. Wir legen einen Kieselstein hinein und verschließen die Schatzkästchen wieder so, dass es nicht auffällt. Wir warten dann bis die Bande kommt und schnappen sie!

Ja genau so machen wir es, meint Bolle. Schau mal, ich war gestern Abend noch bei Deinem Großonkel Hein. Als ich ging, gab er mir seine Flügelschellen mit. Die können wir gut gebrauchen, wenn wir die Bande fangen. Dann legen wir ihnen diese an und sie können nicht mehr flüchten.
Bolle zeigt Hegel eine der Flügelschellen, die er von Hein bekommen hat.

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Das ist ja super!, ruft Hegel.
Komm wir machen jetzt ein paar Schatzkästchen fertig. Und dann suchen wir ein geschicktes Plätzchen, wo wir sie so hinlegen, dass sie die Krabbenbande sieht. Wir müssen es aber so machen, dass wir uns in der Nähe verstecken können.

Hegel und Bolle gehen in die kleine Werkstatt auf der Warf, wo sie die Schatzkästchen mit Kieselsteinen füllen und wieder verkleben. So sehen sie aus, als wären sie echt.

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Danach schauen sie sich in der Gegend um und suchen einen Platz, wo sie diese hinlegen und sich selbst in der Nähe verstecken können.
In der Nähe finden sie eine geschickte Stelle, um die Schatzkästchen hinzulegen. Sie selbst finden nicht weit weg davon hinter einem Steinhügel ein Versteck.

Auf dem Weg zum Versteck sagt Bolle, Ich lauf noch kurz zum Deich rüber und gebe Harke und Borke Bescheid. Dann können sie in der Nähe bleiben und uns unterstützen.

Ein paar Minuten später kommt er zurück zu Hegel, der schon im Versteck sitzt.
Die beiden wissen jetzt Bescheid. Sie informieren noch ihre Kumpel, falls wir noch mehr Hilfe brauchen. 

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Das ist sehr gut, Hilfe können wir gut brauchen, flüstert Hegel Bolle zu.

Er ist schon ganz aufgeregt und zittert und zappelt zwischen den Steinen rum.
Nun bleib doch ruhig sitzen und warte. Du verrätst mit dem Gezappele noch unser Versteck. Die Bewohner da drüben schauen schon zu uns rüber, ermahnt ihn Bolle.
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So vergeht eine geschlagene Stunde, ohne dass etwas passiert. Hegel muss sich am Riemen reißen, dass er nicht ständig hin und her hopst.

Die beiden sitzen gespannt in ihrem Versteck. Plötzlich hören sie etwas hinten am Deich.
‚Platsch potsch plutz plotsch plotz …‘ Und auf einmal kommen hinter der Deichkrone ein paar Köpfe hervor. Fünf Gestalten drücken sich vorsichtig unter dem Zaun hindurch. Mit gesenkten Köpfen schleichen sie zu der Stelle, wo Hegel und Bolle die Schatzkästchen hingelegt hatten.

Fortsetzung folgt ….

33 – Hegel auf den Spuren von Kommissar Hein und Joey Hava

Hegel sucht in seiner Kiste nach dem Film von Kommissar Hein. Ganz unten in der letzten hinteren Ecke findet er den Film. Und daneben liegt sogar noch ein weiterer Film von ihm. Er schnappt sich die beiden CDs und legt sie in den Computer ein. Dann macht er es sich auf dem Sofa bequem und drückt die Start-Taste.

Der erste Film heißt Mord im Wattenmeer

Boah, das war ja ein spannender Fall. Da will ich gleich den nächsten Film auch noch anschauen, die ‚Panzerknacker im Wattenmeer, fiebert Hegel dem nächsten Film entgegen.

Hegel ist ganz aus dem Häuschen, er wäre am liebsten schon auf der Hallig, damit er gleich mit der Suche nach der Bande beginnen könnte.

Aber da war doch noch der ‚Dscho…‘ , wie hieß der noch? Ach ja, Joey Hava. Bald hat Hegel auch dazu etwas gefunden. Joey, der quirlige und schlaue Havaneser, also praktisch ein Kerl wie er. Als Hegel das so denkt, wird er etwas größer…. 🙂

https://joeyofleed.wordpress.com/

Schade, dass Joey auch schon im Ruhestand ist, der hätte mich bestimmt gut unterstützen können, murmelt Hegel vor sich hin.

Jetzt muss Hegel nur noch seine Zahnbürste und ein paar Kleider zusammen packen, dann ist er startbereit.

Fortsetzung folgt …

32 – Hegel bekommt einen Anruf von Kommissar Hein

Hegel hängt in seinem Sessel und döst vor sich hin. Er war vorhin draußen im Wald unterwegs und ist jetzt hundemüde.

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Er ist gerade am Einschlafen …. dann klingelt das Telefon. Einmal, zweimal, dreimal….
Hegel denkt, das würde er träumen. Als es aber das fünfte Mal so penetrant geklingelt hat, merkt er, dass es echt ist.

Schnell greift er das Telefon und schaut erst mal wer da anruft.
Kommissar Hein steht auf dem Bildschirm.

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Oha!
Er drückt auf die grüne Taste.

Hallo Hegel, hier ist Dein Großonkel Hein, kannst Du Dich noch an mich erinnern?

Und ob Hegel das konnte. Den Großonkel hatte er vor vielen Jahren kennen gelernt, als er auf der Hallig zu Besuch war. Der Hein ist ein lustiger Kerl, spritzte einen immer nass. Hahahaha…..

Hör mal zu Hegel, ich brauche Deine Hilfe. Hier auf der Hallig treibt die Krabbenbande ihr Unwesen. Ich kann ja nichts mehr machen, bin schon länger im Ruhestand und auch nicht mehr der Schnellste. Und auch mein Kollege, der Joey Hava, ist nicht mehr im Dienst. Da dachte ich, der Hegel ist ein fixes Kerlchen und könnte den Fall übernehmen. ‌Wär das was für Dich? Ich würde Dir natürlich helfen, wo ich kann.

Hegel überlegt und stammelt …
ich bin doch kein Poli…, kenn mich doch gar nicht…. und wann soll i ….

Er wird unterbrochen.
Ach Hegel, Du bist doch ein kluger und mutiger Bursche, der alle in den Sack stecken kann. Oder täusche ich mich?
fragt Hein listig nach.

Da kann Hegel natürlich nicht mehr ‚Nein‘ sagen. Naja, denkt er … eigentlich hat Großonkel Hein völlig recht, ich bin ja schon ein kluges Kerlchen und auch mutig.
Also gut Großonkel Hein, ich komme. Ich muss noch ein paar Sachen erledigen, einkaufen und zum Frisör und …
Weiter kommt er nicht.

Hegel Du musst sofort losfahren, es eilt. Such Dir jemand, der Dich schnell hierher fährt.

Ohje, auf was hat er sich da eingelassen.
In Ordnung Großonkel Hein, ich komm so schnell wie möglich!

Tschüss Hegel, bis bald
und schon hat es klick gemacht. Weg ist er.

Ohjeee, ohjeee denkt Hegel. Ich habe doch keine Ahnung von der Ganovensuche. Und wer ist ‚Dschoehawa’?

Hegel kramt in seiner Fotokiste und findet sogar noch ein Foto von seinem Großonkel Hein.

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Da fällt ihm ein, dass er einmal einen Film von Großonkel Hein gesehen hat, in dem er einen Fall gelöst hatte. Den muss er unbedingt vorher noch anschauen.

Und dann muss er noch jemanden finden, der ihn auf die Hallig fährt.
Aber erstmal sucht er den Film …

Fortsetzung folgt ….

26 – Hegel im Watt

Hegel ist schon früh aufgestanden heute. Draußen ist es bedeckt und es windet etwas. Das ist aber ganz normal hier, die Einheimischen würden eher sagen, es sei windstill.
„Was machen wir heute?“ fragt Hegel und klebt mit der Nase schon wieder an der Fensterscheibe.
Natürlich gehen wir raus, das Wetter ist ja gut und dann wird man sehen, was sich ergibt. Bestimmt finden wir etwas, was interessant ist.
Also fluggs angezogen und rüber zur Warfkrone. Hegel zeigt zum Watt „Da ist ja gar kein Wasser heute!“ ruft er.

Er hat bestimmt schon vergessen, dass es an der Nordsee Ebbe und Flut gibt. Jetzt ist gerade Ebbe. Und zwar ziemlich genau auf die Minute.
„Kann man da eigentlich gehen, wo sonst das Wasser ist?“ fragt Hegel. Natürlich, das ist das Watt und ganz normaler Boden, naja eigentlich ist es mehr Sand und an manchen Stellen auch Schlick und Schlamm, da muss man etwas aufpassen, dass man nicht einsinkt.
Hegel läuft sofort runter zur Kante, er will unbedingt mal im Watt gehen. Einverstanden. Da jetzt gerade Ebbe ist, ist das Wasser noch weit draußen und wir haben noch etwas Zeit, um im Watt umher zu gehen. Nur zu weit dürfen wir nicht hinausgehen, weil gleich nach der Ebbe das Wasser wieder ansteigt und das Watt nach und nach überspült.

An der Kante ist sogar eine Treppe, auf der man ins Watt runter steigen kann. Nur muss man aufpassen, da sie sehr glitschig und nass ist. Gleich daneben kommen wir an eine Buhne.

Das ist eine mit vielen großen Steinen aufgeschichtete Sperre. Damit wollte man früher neues Land gewinnen. Heute schützen die Buhnen die Hallig vor den hohen und schweren Wellen, die sich an ihnen brechen und dadurch keinen so großen Schaden anrichten.


Während wir weiter gehen, blickt Hegel zurück und zeigt auf den Boden. „Da sind ja unsere Schuhspuren.“ Das Watt ist hier so weich, dass jeder Tritt einen Abdruck hinterlässt.

Einige Meter weiter ist es noch weicher und man sinkt mit den Schuhen schon etwas ein. In diese Richtung gehen wir nicht weiter. Sonst stecken wir vielleicht fest und kommen nicht mehr heraus. Das will Hegel natürlich nicht.
Er hält sich sowieso schon krampfhaft an dem Riemen vom Fernglas fest und hat jedesmal Angst, dass er ins Watt fällt. Einmal konnte er gerade noch den Kopf zurück ziehen, sonst hätten seine lange Ohren den Wattboden gestreift. Da war nur noch ein lautes „Ihhhhh“ zu hören.

Also machen wir einen kleinen Bogen und kommen hierbei an ein paar kleinen Watt-Inseln vorbei. Die sind nur ein paar cm höher, aber es wächst auf ihnen Seegras und allerhand Muscheln verfangen sich dabei und bleiben hängen.

Hegel hat sich mittlerweile einen neuen Platz gesucht und turnt nun ständig auf der Mütze vom Großvadder rum. Außer lauter Angst, seine langen Ohren könnten ins Watt hängen. Dieser Hegel!

Auf einmal hüpft er auf und ab, dass der Grpßvadder beinahe Kopfweh bekommt.
„Da vorne da vorne, was ist das?“

Als wir näher kommen, sieht man zwei Reihen dunkler Punkte im Watt und im Wasser. Beim nähere hinschauen erkennt man, dass es Holz ist. „Aber was ist das denn?“ will Hegel wissen.

Das sind die Reste von uralten Holzbuhnen, die vielleicht schon hundert oder zweihundert Jahre alt sind und von den Bewohnern damals hier errichtet wurden. Die stecken immer noch tief im Watt und bleiben da bestimmt auch die nächsten hundert Jahre.

Während der weitern Wattrunde entdeckt Hegel noch ein Grasbüschel, das über und über mit Muscheln besetzt ist.

 

Und ein paar Meter weiter sogar noch eine Auster, die aber schon offen ist. Vermutlich hat sie eine Möwe geknackt und geplündert.

Mittlerweile sind wir schon ein ganzes Stück draußen im Watt. Hegel blickt zurück und sieht ganz hinten unsere Warf.

Weiter raus gehen wir nun nicht mehr. Das Wasser fängt jetzt schon wieder leicht an zu steigen. Bevor es in unsere Nähe kommt, wollen wir wieder an Land sein. Nicht dass wir noch heim schwimmen müssen.

Und schon entdeckt Hegel wieder etwas Neuese. „Das da vorne sieht aus wie ein Fluss!“ ruft er und zeigt auf einen Wasserlauf im Watt.


Das ist ein Priel. Das sind Stellen im Watt, an denen der Boden etwas tiefer ist und das Wasser nicht ganz ablaufen kann. Diese können ganz schön tief sein und sogar gefährlich werden. Wenn man bei Flut noch weit draußen im Watt ist und das Wasser schon knöcheltief um die Füße herum schwappt, dann werden diese Priele natürlich noch tiefer. Wenn es keine andere Möglichkeit gibt, muss man durch den Priel hindurch. Dabei kann das Wasser schon bis Bauchnabel reichen. Oder man muss sogar hindurch schwimmen. Deshalb muss man bei einer Wanderung im Watt immer aufpassen und sich merken, wo solche tiefen Priele sind.
Hegel wäre jetzt an liebsten noch weiter hinauf gestiegen. Aber höher als die Mütze vom Großvadder geht es halt nicht.
„Keine Bange Hegel, dieser Priel hier ist nicht tief und das Wasser ist auch noch weit fort.“

Als Hegel so auf der Mütze rumturnt, wäre er beinahe ausgerutscht und in eine Wattpfütze gefallen. Das wäre was gewesen, Hegel hätte geschimpft wie Rohrspatz. Aber Hegel konnte sich grad noch an einer Schnur festhalten, die um den Hals vom Großvadder hing. Durch das Festhalten zog er dabei ein kleines Kästchen heraus, das an der Schnur befestigt war.


„Was ist denn das für ein Ding?“ rief Hegel gleich, als er wieder festen Boden äähhh Mütze unter den Füßen hatte.

Es ist ein Kompass. Vor allem bei schlechtem Wetter oder im Winter sollte man den im Watt immer dabei haben. Wenn nämlich ein Nebel heraufzieht, dann sieht man vielleicht nur noch 50 oder 100 Meter weit. Und plötzlich weiß man nicht mehr, in welche Richtung man gehen muss. Das wird dann ganz gefährlich, Wenn man aber einen Kompass dabei hat, zeigt einem dieser an, in welche Richtung man gehen muss. Das muss man aber vorher schon einmal üben, damit man auch weiß wie man das richtig macht.
Hegel kratzt sich am Kopf „Uiuiuihhh, das muss man aber aufpassen! Müssen wir jetzt schnell heim gehen?“ Nein, zumindest nicht wegen einem Nebel oder wegen dem Wasser, höchstens wegen dem Hunger. Irgendwo her war ein knurrender Magen zu hören….

Auf dem Rückweg juckt dann Hegel plötzlich wieder aufgeregt auf der Mütze rum und zeigt ganz aufgeregt nach vorne. Hegel hat kleine Häufchen entdeckt, die aus dem Wattboden ragen.


Als wir näher kommen ruft er „Das sind ja Spaghetti, das sind Wattspaghetti, lauter Wattspaghettihäufchen, hihihihi…“.


Nein, natürlich sind das keine Spaghetti, die sehen nur so aus. Das sind die Kothäufchen vom Wattwurm. Der lebt im Watt und ernährt sich von winzig kleinen Lebewesen, die im Wattsand drin sind.


Hegel will natürlich wissen, wie die Wattspaghettihäufchen entstehen. Das ist eigentlich ganz einfach. Der Wattwurm, der im Wattboden in einer Röhre lebt, frisst den Sand und filtert das heraus, was er essen kann. Den Rest stößt er wieder aus, wenn er nach einer halben Stunde an den Ausgang sein Röhre an die Wattoberfläche kommt.

Hegel bekommt ganz große Augen „Das ist ja unheimlich spannend, was es hier im Watt alles gibt!“  Wie recht er damit hat. Aber es gibt noch viel viel mehr solche spannenden Dinge im Watt.

Wir gehen weiter und sehen jetzt schon wieder die Kante. Auf einmal ist wieder dieses Knurren zu hören. Ein paar Mal hintereinander. Das kommt eindeutig von Hegel, der es auch gleich zugibt. Vor lauter Spaghetti und Spaghettihäufchen hat Hegel Hunger bekommen.

„Ich habe Hunger, so einen Hunger, lauf schneller“ treibt er den Großvadder an. „Was gibt es zu essen heute?“ will er wissen.
Großvadder blickt zu ihm hoch und sagt „Heute gibts ‚Großvadder aus der Pfanne‘“ Hegel glaubt das natürlich nicht und fragt nochmals „Nein, sag schon, was gibts heute zum Essen?“. Aber er bekommt wieder dieselbe Antwort.
Hegel schaut ganz ungläubig und überlegt den ganzen restlichen Heimweg, was damit denn gmeint ist. Er ist sowas von gespannt.

Daheim fängts in der Küche bald an zu klappern und brutzeln. Hegel schleicht sich ungeduldig und neugierig am Herd herum. Aber bis zuletzt, weiß er nicht was es zum Mittagessen gibt. Wenn er fragt, bekommt er nur zur Antwort ‚Großvadder aus der Pfanne‘.

Als die Pfanne schließlich auf dem Tisch steht, macht Hegel große Augen, schaut erst fragend hinein und fängt dann so laut zu lachen an, dass er beinahe selbst in die Pfanne gefallen wäre.
„Großvadder aus der Pfanne, hahaha…hahahaha“


Hegel hüpft übern Tisch und gluckst „Großvadder mit nem Käsenbart, nem Käsebart, Käsebart“ und vergisst dabei beinahe seinen Hunger. Es dauert aber nicht lange, da hat Hegel seinen Teller und die letzten Reste aus der Pfanne ratzeputz aufgegessen. So einen großen Hunger hat er gehabt.
„Käsebart, mit Käsebart“ hüpft er davon und lümmelt sich in seine Ecke auf dem Sofa.

25 – Hegel und das Landunter

Nach der langen Fahrt über Nacht ist Hegel den ganzen Tag über müde. Natürlich will er nicht ins Bett, als er ankommt, sondern gleich raus. Und dann muss er ja auch noch seine Sachen einräumen, die er mitgenommen hatte.

So vergeht der Tag und beim Abendessen schläft er dann beinahe ein. Das musste ja so kommen. Während er vom Brot abbeißt, fallen ihm die Augen zu. Er wacht gerade noch rechtzeitig wieder auf, sonst wäre ihm das Brot aus der Hand gefallen.
Und so kommt es, dass er – oh Wunder – gleich nach dem Abendessen ganz freiwillig ins Bett geht. Er hat sich mittags eine schöne Ecke auf dem Sofa ausgesucht, die er sich als „Bett“ hergerichtet hat. Dazu hat er von daheim seine schöne warme Decke mitgenommen. Fluggs schlüpft er drunter ist auch gleich eingeschlafen.

So bekommt Hegel gar nicht mit, dass im Laufe des Abends der Wind immer stärker bläst. Es ist schon nach Mitternacht, da windet und tost es draußen so stark, dass es an allen Hausecken pfeift und mal hier mal da etwas klappert.

Mittlerweile ist aus dem Wind ein starker Sturm und Orkan geworden. Hegel schläft tief und fest, als wäre gar nichts. Das hätte ihn bestimmt interessiert und er wäre wieder mit der Nase an der Fensterscheibe geklebt. Hegel ist jedoch nicht wach zu bekommen, so sehr man ihn auch rüttelt und schüttelt. Aber vielleicht ist es auch gut so, nicht dass er noch raus gerannt wäre. Der Orkan hätte ihn gleich fortgeblasen.

Ein Orkan ist richtig heftig, da fliegen sogar Gartenstühle und Mülleimer durch die Luft. Ein Mensch kann dabei nicht mehr aufrecht stehen, es weht ihn um. So eine starke Orkanböe kann sogar einen Lkw umwerfen.
Von all dem bekommt Hegel gar nichts mit. Er schläft tief und fest bis zum Morgen.

Aber dann. Als Hegel aufsteht und zum Fenster rausschaut, reibt er sich die Augen, schaut wieder raus, reibt sich nochmals die Augen, denn er glaubt erst gar nicht was er sieht.
„Schnell, schnell komm her, da ist ja alles überschwemmt! Rings um uns herum ist Wasser!“
Hegel hat richtig gesehen, rings um die Warft ist Wasser, die Nordsee ist über die Hallig geschwappt.
Der Orkan hat vom Meer her so stark geblasen, dass es eine Sturmflut gab. Dabei weht es so stark, dass es hohe Wellen gibt und diese über den Deich auf die Halligwiesen herein brechen. Und weil das Wasser während der Flut immer mehr ansteigt, wird die Hallig nach und nach überschwemmt. Das ist dann ein „Landunter“. Alles Land ist unter Wasser.

Halt, so ganz stimmt es nicht. Die Warften, auf denen die Häuser stehen, sind nicht unter Wasser. Die stehen ja auf Hügeln, die ein paar Meter höher sind als die Wiesen. So hoch steigt das Wasser nur ganz ganz ganz selten. Aber das ist eine andere Geschichte.

Hegel will alles ganz genau wissen. Und vor lauter fragen und erklären vergessen er und Großvadder fast das Frühstück. Und es fällt ihnen grad noch ein, schnell ein Foto zu machen.

Später bläst der Sturm nicht mehr so stark und da mittlerweile Ebbe ist, läuft das Wasser wieder langsam ab und hier und da schauen schon wieder die Wiesen heraus.

 

Hegel ist nach dem Frühstück kaum mehr zu halten. Er will natürlich raus und alles aus der Nähe sehen. Das ist jetzt auch möglich, es windet zwar noch heftig, aber Hegel drückt sich ganz in die Jackentasche vom Großvadder rein.

Wer Hegel kennt, der weiß natürlich, dass er da nicht lange drin bleibt. Und so ist er dann auch recht schnell ganz vorne am Wasser.


Ringsherum um die Warft ist jetzt die Nordsee. Die Straße ist noch völlständig überschwemmt und auch der Deich ist noch unter Wasser. Hie und da gibt es jetzt schon wieder ein paar Stellen, die schon wieder aus dem Wasser heraus schauen. Auch die Zäune ragen wieder nach und aus dem Wasser. Das alles war vor ein paar Stunden noch alles vom Wasser überflutet und nicht zu sehen. Da wo Hegel jetzt steht, war die Nordsee.

An der Warft sieht man jetzt auch ganz gut, wie hoch das Wasser heraufkam. Den dort liegt ringsherum der Treibsel. So sagt man hier zu dem Flutsaum.

Das ist die Höhe bis zu der das Wasser angestiegen ist. Da bleibt allerhand liegen, was das Wasser mit anschwemmt. Äste, ausgerissene Grasbüschel,  Bretter die abgerissen wurden, Fischernetze und Schnüre, Flaschen, Schuhe und…. ach einfach alles, was so auf dem Meer treibt oder was irgendwo von dem Orkan fortgeweht oder losgerissen wurde.

Eine Weile später, es ist etwa um die Zeit der Ebbe, schauen noch mehr höher gelegene Stellen aus dem Wasser heraus. Dort wo die Wiesen etwas höher liegen, kommen schon wieder Gänse angeflogen und picken sich aus dem aufgeweichten Boden ganz leicht leckere Gräser und Wiesenkräuter heraus.

Und hinterlassen leider danach aber auch sehr viel Dreck. Man schafft es nicht, über die Wiesen zu gehen ohne in eine Hinterlassenschaft der Gänse zu treten.

Später wird der Wind wieder etwas stärker und stürmisch und drückt das Wasser wieder etwas auf die Hallig. So dauert es dieses Mal etwas länger, bis das Landunter vorüber ist und man wieder überall gehen und fahren kann. Aber nach einem Tag ist normalerweise alles wieder beim Alten.

Für Hegel ist das wieder ein sehr spannender Tag gewesen. Er plappert den ganzen restlichen Tag nur noch von Sturmflut und Orkan, Hochwasser und Landunter ….

10 – Faust und ein Gedanke

Faust schaut recht traurig zum Fenster hinaus. Heute ist sein letzter Tag hier, seine sieben Sachen hat er schon gepackt. Aber für eine kurze Runde an der Kante entlang ist noch gut Zeit.

Lange sitzt er auf einem Stein am Deich und schaut nochmals übers Watt und die Fennen. Mehr als einmal ist er in so eine sumpfige Wiese rein und mit seinen kurzen Beinen im Morast stecken geblieben. Jedesmal hat er etwas Neues entdeckt und bestimmt gäbe es noch vieles zu sehen.
Und zu hören. Es war immer spannend, wenn Faust den Geschichten zuhören konnte. Manchmal war das richtiges Seemannsgarn, ganz dickes sogar, wie das hier:

Verzwickt und verzwackt, verknotet und verschnürt erzählen, das kann Hauke, der neue Freund von Faust.

Jo, und jetzt ist diese schöne Zeit auf der Hallig schon vorbei. Mit schniefenden Schritten geht er zurück zum Haus und packt die letzten Leckerlies zusammen. Da kommt ihm plötzlich ein Gedanke. Wenn er mal größer ist, dann könnte er doch, dann wäre doch …   Sein Gesicht hellt sich wieder auf, vielleicht, ja vielleicht …. 🙂

Und jetzt gehts wieder zu Frauchen … 🙂

 

9 – Faust und das Landunter

Faust sitzt mit der Nase am Fenster und schaut nach draußen. Der Regen prasselt auf die Scheibe und es jault ein richtiger starker Wind, der manchmal sogar zum Sturm wird. Schietwetter also.

Faust sieht, dass das Wasser jetzt schon so hoch gestiegen ist, dass man an der Kante fast nicht mehr gehen kann. Wenn das noch weiter steigt, dann gibt es ein Landunter. Faust will natürlich wissen, was das ist. Landunter ist meistens bei einer Sturmflut, bei der ein starker Wind das Wasser auf die Hallig drückt, ein Hochwasser auf der Hallig also. Alle Wiesen und Straßen sind unter Wasser und nur noch die Warften schauen aus dem Meer heraus.

Faust will unbedingt raus, trotz Schietwetter. Nagut, dann schauen wir mal. Weit kommt er nicht, nicht mal an die Kante, die ist jetzt komplett überspült. Und der Wind ist so stark, dass es ihn fast wegweht. Man muss Faust richtig festhalten.

So wie er aussieht, ist ihm nicht ganz wohl zumute. Ob er noch eine Weile bleiben wolle? Er schüttelt mit dem Kopf und will wieder rein. Lieber vom Fenster aus zusehen.

Mittlerweile schwappt das Meer auf der anderen Seite der Hallig schon über den Deich

 

und ein Teil der Hallig ist unter Wasser. 

 

Aber ein richtiges Landunter ist das noch nicht. Weil sich Faust das gar nicht so recht vorstellen kann, schauen wir es auf einem Foto an. Das zeigt ein Landunter vor ein paar Jahren. Kugelrund werden seine Augen als er das sieht. Dort wo er kürzlich herum sprang, ist nur Wasser Wasser Wasser.


„Mund zu Faust! Sonst bekommt Du eine Erkältung… :-)“

Alle Tiere, Wagen und Autos müssen vor einem Landunter schnell auf die Warft in Sicherheit gebracht werden. Auch alle Leute sind dann auf der Warft und können von dort auch nicht mehr herunter. Da kann man nur warten und zuschauen.

Wenn der Sturm vorbei und wieder normales Wetter ist, dauert es ungefähr einen Tag bis das ganze Wasser wieder abgelaufen ist. Dann können alle wieder runter von der Warft.

Wie hoch das Wasser schon gestiegen ist, will Faust wissen. Das sieht man ganz gut an einem Baumstamm, der bei der Ketelswarf steht. Ganz unten ist eine Markierung, das ist ein normales Landunter. Das gibt es, wenn das Wasser ungefähr 1,50 m über dem normalen Flut-Hochwasser steht.

Aber weiter oben sind noch mehr Markierungen.

So hoch stand das Wasser früher schon einmal.

Weil gaaanz früher die Warften auch noch nicht so gut und so hoch gebaut waren, ist es vorgekommen, dass das Wasser auch in die Häuser lief und sogar Mauern eingerissen wurden.
Heute hat jedes Haus ein extra Zimmer mit besonders festen Wänden und Betonpfeilern. In diesem ist man sicher, falls es doch einmal ein ganz heftiger Orkan wird.

Faust ist richtig froh und erleichtert, als er erfährt, das er genau in diesem Zimmer seine Kuschelecke hat. 

8 – Faust auf der Warft

Jedesmal wenn wir auf der Hallig unterwegs sind und anschließend nach Hause wollen, muss Faust auf die Warft hinauf. Was denn das sei, will er wissen. Das ist eigentlich recht einfach. Eine Warft oder auch Warf ist ein kleiner Hügel auf dem Häuser stehen.

Diese Hügel wurden deshalb gemacht, da die Häuser sonst bei jeder Sturmflut unter Wasser stehen würden. Bei so einer Sturmflut bläst der Wind so  richtig heftig und drückt das Wasser auf die Hallig.

Jede Warft hat ihren eigenen Namen, zum Beispiel Ketelswarf, Rixwarf oder Kirchwarf, die hier vorne heißt Norderhörn.

Die Warften sind alle so hoch gebaut, dass das Wasser bei einer Sturmflut nicht in die Häuser laufen kann. Sie mussten auch schon erhöht werden, weil die Stürme stärker wurden oder das Meer angestiegen ist. Man kann das oben gut sehen, wenn nämlich die Warftkrone etwas höher als der Hauseingang ist.

Damit man zu den Häusern auf der Warft kommt, führt zu jedem Haus ein Weg hinauf.

So ist man sicher aufgehoben, wenn einmal Landunter ist, also die ganze Hallig nach einer Sturmflut überschwemmt ist.

Auf jeder Warft ist auch ein Fehting. Das ist ein Teich, in dem das Regenwasser gesammelt wurde. Damit wurde früher das Vieh getränkt.

Eine Wasserleitung hat es früher auf der Hallig nicht gegeben. Die Leute, die hier wohnten, mussten zum Trinken, Kochen und Waschen auch das Regenwasser nehmen. Das haben sie aber in einer extra Zisterne, dem Sood, gesammelt. „Ohje“ sagt Faust, „haben wir es da einfach heute …“

7 – Faust am Leuchtturm

Faust sieht am Abend in der Ferne immer wieder  ein Licht aufleuchten und will natürlich wissen, was das ist. Aber da warten wir, bis es wieder hell ist und fahren dorthin, um uns das genauer anzusehen.
Es ist nämlich der Leuchtturm von Langeneß.

 

Als wir dort sind, muss Faust seinen Kopf soweit in den Nacken legen um den ganzen Turm zu sehen, dass er fast umfällt.

Dabei ist dieser Leuchtturm recht klein. Ganz genau heißt das ja Leit- und Quermarkenfeuer, aber wir sagen weiter Leuchtturm, das ist einfacher.

Er ist nur knapp 12 m hoch und  nach wie vor in Betrieb. Mit seinem Licht warnt er die Seeleute bei Tag und Nacht und bei jedem Wetter davor, dass sie zu nahe kommen und gegen die Hallig fahren. Das Licht ist so hell, dass man es noch sieht, wenn man 25 km weit entfernt steht, das ist sehr weit weg.
So wie dieser Leuchtturm hier gibt es noch seeeehr viele andere Leuchttürme entlang der Küste. Der hier auf Langeneß steht direkt vorne am Meer, näher geht es nicht.

Er steht auf einer alten Warft, die da früher einmal gestanden hat, der alten Peterswarf. Als die alten Häuser nicht mehr waren, wurde an dieser Stelle der Leuchtturm gebaut. Das war 1902.

Wenn man gute Augen hat, kann man das ganz oben auf der Windfahne lesen, da steht die Zahl drauf. Die Windfahne dreht sich immer mit dem Wind und zeigt an aus welcher Richtung er weht. Heute kommt er aus südwest.

Faust will natürlich natürlich auf den Turm hinauf, weil man da bestimmt eine gute Aussicht hat.

Aber trotz dem dass er bellt, an der Türe klopft und rüttelt, macht niemand auf. Schade. Aber es war trotzdem interessant, einen Leuchtturm einmal aus der Nähe zu sehen.

Und später sitzt Faust daheim am Fenster und schaut dem ständig wiederkehrenden Licht zu. Jetzt weiß er woher das kommt.