44 – Mit Hegel unterwegs

Hegels kurze Episoden während der Reise

I. Hegel auf der Fähre

Hegel war wieder mal mit der Nase ganz vorne. Er spurtete voraus und sicherte sich bei der Fährüberfahrt von Gryllefort nach Andenes im Salon einen Platz mit Rundumsicht. Er konnte nach vorne, nach links und nach rechts rausschauen. Er wusste gar nicht wohin er zuerst schauen sollte, hüpfte auf der Bank hin und her und war ganz hippelig. Er plapperte in einem fort, wollte dies wissen und wusste jenes.

Dann ging es endlich los, die Fähre legte ab. Sobald sie aus dem geschützten Bereich der Insel draußen war auf dem offenen Meer, fing es ziemlich zu schaukeln an. Es war stürmisches Wetter draußen und die Wellen dadurch ziemlich hoch. Die Fähre ging vorne runter und wieder hoch. Und dann neigte sie sich einmal nach links und wieder nach rechts.

Hegel sah aus dem Fenster, einmal sah er nur das Meer und das andre Mal nur den Himmel, so stark schaukelte es. Er wurde plötzlich immer leiser und blieb ganz ruhig auf der Bank sitzen. Und er wurde etwas bleich im Gesicht. So wie ihm ging es noch vielen anderen Passagieren auch. Er war froh, als die Fähre wieder an Land anlegte.

II. Hegel mag Heidelbeeren

Einmal war Hegel bei einer kleinen Wanderung dabei, bei der sie an vielen Heidelbeerbüschen vorbei kamen.

Und überall hing es voll mit leckeren Heidelbeeren. Da war Hegel nicht mehr zu halten. Er stopfte sich gleich voll mit den leckeren Beeren.

Aber er half natürlich auch beim Sammeln der Beeren, damit sie auch für unterwegs noch etwas hatten. 

Als sie wieder am Camper waren, haben sie die Beeren von den Blättchen gesäubert und in eine Schüssel gelegt.

Hegel staunte nicht schlecht, wie viele sie gesammelt hatten.

III. Hegel auf der Hängebrücke

Ein anderes Mal hielten sie auf der Fahrt in die Berge an einem Bergbach an. Auf die andere Seite kam man nur über eine Hängebrücke. 

„Wie sieht die denn aus“ rief Hegel. Und schon war er auf dem Holzsteg. Als er den ersten Schritt auf die Brücke gemacht hatte, fing es schon zu schaukeln an. Da drehte er sich schnell um und rannte zurück. Er prallte voll gegen die Beine vom Großvaddr, der ihn auf die Schulter nahm.

„Gut festhalten“ sagte er und dann gingen sie über die Hängebrücke hinüber. Diese war an jedem Ufer mit dicken Stahlseilen befestigt, auf denen die Bretter zum Laufen lagen. Seitlich waren noch Netze gespannt, sodass man nicht runter fallen konnte. Als sie in der Mitte angekommen waren, schaukelte es ganz schön. Aber es konnte nichts passieren. Alles war gut befestigt. Zuletzt wollte Hegel gar nicht mehr von der Brücke runter, so hat ihm die Schaukelei gefallen.

IV. Hegel steht Kopf

Einmal war es an einem See ganz windstill. Keine einzige Welle war auf dem See, das Wasser war ganz ruhig und glatt, sodass sich der Berg darin spiegelte. Hegel wusste nicht mehr so recht, was jetzt oben und unten war. 

Sollte er sich jetzt auf den Kopf stellen, damit es stimmte. Oder musste der Berg sich umdrehen? Oder der See nach oben? 

Er drehte sich, stand  kopfüber am Camper, schlug einen Salto und lag plötzlich auf dem Boden. Nun wusste er wieder, wo unten ist.

V. Hegel am Gletscher

Hegel hatte noch nie einen Gletscher gesehen. Natürlich wollte er mit zum Briksdalsbreen Gletscher. Er machte es sich heute aber recht bequem und setzte sich gleich von Anfang an auf den Rucksack drauf. 

Als der erste Anstieg geschafft war und er von Weitem den Gletscher sah, sprang er runter und rannte voraus. Das heißt, er rannte meistens hin und her, vor und zurück. Und immer wollte er etwas anderes wissen. Und natürlich:

„Was ist denn so ein Kläddschr überhaupt?“

Er erfuhr, dass ein Gletscher entsteht wenn ganz viel Schnee fällt, der nicht mehr schmilzt. Und wenn das nicht nur ein oder zwei Jahre so ist, sondern ein paar Hundert Jahre lang, dann wird das so dicht zusammengepresst und es entsteht Eis. Das Eis kann ein paar hundert Meter dick werden. Die Gletscher, die es heute gibt sind schon vor 100.000 Jahren entstanden.

„Boooaaaaahhhh“, rief Hegel

Als sie am Gletschersee angekommen waren, staunte Hegel. Oben am Berg hingen große Eisblöcke zwischen den Felsen, die Eisschicht war supermächtighoch, wie er sagte. Er hatte so etwas noch nie gesehen.

Er konnte es sich gar nicht so recht vorstellen von hier unten, wie dick die Schicht war. Deshalb wollte er näher ran an den Gletscher. Oder besser gesagt die Gletscherzunge. So heißt das nämlich, wenn der Gletscher zwischen den  Felsen nach unten ins Tal reicht.

Also gingen alle noch ein Stück weiter am See entlang. Plötzlich zappelte und hüpfte Hegel, schlug sich mit den Händen auf seine Arme und zitterte überall.

„Hegel, was ist denn los?“, rief der Großvaddr.

„Mir ist so kaaaahaaaltt und ich frrrrriiiiiiiere, brrrrrrr“ rief er und hüpfte umher. 

„Komm mal rüber“….. und schon hatte Hegel ein wärmendes Mäntelchen um sich. 

Nun konnte er auch das Fernglas ruhig halten und zum Gletscher hinaufschauen. Und jetzt sah er erst, wie groß und dick die Eisschichten waren. 

„Boaahhhhhhh, das ist ja riesenmächtigdick“ rief er.

Bald machten sie sich auf den Rückweg. Als sie am Kiosk im Tal vorbeikamen, lugte er zu Großvaddr rüber.

„Bekomm ich ein Eis“ fragte er ganz knitz und grinste….

43 – Hegel auf dem Gipfel

Hegel war heute schon früh auf den Beinen. Er wollte auf keinen Fall verschlafen und riskierte nichts. Raus aus den Federn und angezogen.

Aber bis es losging, musste er noch warten, bis alle gefrühstückt hatten und der Rucksack gepackt war.

Dann ging es los. Die Wanderstöcke waren dieses Mal auch mit dabei, denn es sollte auf einen Gipfel hinauf gehen. Hegel brauchte natürlich keinen, denn er saß ganz oben auf dem Rucksack. So konnte er alles sehen.

Über der Straße stand ein Wegweiser, der zeigte wohin es ging und wie der Gipfel hieß. Auf den ‚Langdalsryggen‘ sollte es gehen.

Es ging von Anfang an gleich richtig bergauf. Da kam sogar Hegel ins Schnaufen, obwohl er ja gar nicht ging…

Nach einer halben Stunde waren sie schon viel höher.

„Hahaha“ lachte Hegel „der Camper sieht von hier oben ja aus wie ein Spielzeugauto!“.

Bald darauf hatten sie den größten Anstieg geschafft.

Nun ging es zwischen den Felsen in einem Auf und Ab an vielen kleinen und größeren Bergseen vorbei.

Hegel wollte jetzt natürlich nicht mehr auf dem Rucksack bleiben. Er hüpfte gleich auf einen Felsen neben ihm. Beinahe hätte er das Gleichgewicht verloren und wär in einen kleinen See gefallen.

Das ging noch einmal gut. Großvaddr erklärte ihm, dass man bei nassen Felsen besonders aufpassen muss. Die können sehr glatt sein.

So ging es noch eine Weile und Hegel hüpfte von einem Fels zum anderen.

Noch ein kurzer Stück ging es bergauf, dann war Hegel am Gipfelkreuz oben angekommen.

Langdalsryggen stand auf dem Gipfelkreuz, 531 m war dieser hoch. Daneben war noch ein Kasten mit einem Gipfelbuch, in das Großvaddr einen Eintrag mit ihren Namen machte.

Auf dem Gipfel war es ganz schön windig. Deshalb traten sie bald wieder den Rückweg an.

Hegel hüpfte wieder von Fels zu Fels.

„Hier entlang“ rief er auf einmal, „dieser Linie müssen wir folgen, die zeigt uns den Weg nach unten!“. Er zeigte auf eine fast weiße Linie, die auf den Felsen zu sehen war.

„Hegel, wenn Du dieser Linie folgst, kommst Du nie mehr nach Hause“, rief ihm Großvaddr zu. Er ging mit Hegel ganz nah hin, bis dieser dann merkte, dass die Linie gar nicht aufgemalt war. Sie war im Felsen drin enthalten und war aus Quarz. Sie hat sich in einem Riss des Felsens vor über 1 Million Jahre gebildet.

Hegel begann zu überlegen, schloss die Augen, malte Kreise in die Luft und rief plötzlich, „das ist ja eine 1 mit sechs Nullen hinten dran!“

Einige Meter weiter erklärte ihm Großvaddr „Du musst nach diesen blauen Markierungen Ausschau halten“.

Diese blaue Markierung war ganz am Anfang auf dem Wegweiser. Das ist meistens so, dass dort eine Farbe oder ein Zeichen angebracht ist, auf das man unterwegs achten muss und das den Weg anzeigt.

„Ohjeohje“ rief Hegel „da wäre ich völlig falsch gelaufen und hätte mich verirrt“.

Bergab ging es jetzt natürlich viel schneller, als bergauf. Nach einer halben Stunde waren sie wieder am Camper angekommen. Hegel sah ganz schön müde aus. Und was machte er gleich drauf?

Richtig…. er schlief wie ein Murmeltier. Gipfel besteigen macht ganz schön müde.

42 – Hegel und die großen Brocken

Hegel saß mal wieder ganz vorne auf dem Armaturenbrett, mit der  Nase fast an der Windschutzscheibe. Da hatte er alles im Blick. Denn heute wurde es spannend. Die Fahrt ging ganz nach vorne ans Meer. Und das war ein ganz besonderes Meer, nämlich das Eismeer. Eigentlich heißt es ja Barentssee oder Arktischer Ozean, aber Eismeer gefiel ihm besser. Dahinter gab es kein Festland mehr nur noch die Arktis und ein Stück weiter nördlich den Nordpol. Aber das war schon noch ein großes Stück.

So sehr sich Hegel auch anstrengte, er konnte kein Land entdecken.

Der Großvaddr fuhr ganz vorne hin an eine große Mauer. Weiter ging es nicht.

„Boaahhh“ rief Hegel, als er die großen Felsbrocken liegen sah. „Wieso liegen denn diese große Brocken hier?“

Er erfuhr, dass dies sogenannte Wellenbrecher sind. Sie werden vor einem ungeschützten Hafen aufgetürmt. Dann werden bei einem Sturm die hohen Wellen ‚gebrochen‘ und fallen dahinter zusammen und spritzen auf. Wenn das nicht wäre, würden sie mit voller Wucht in den Hafen klatschen und die Boote und Schiffe zerstören.

Die Brocken sind so schwer, dass man einen Kran braucht, um sie zu bewegen. Und trotzdem werden sie bei einem sehr schweren Sturm von den Wellen noch verschoben.

Man hat deshalb ganz besondere ‚Wellenbrecher‘ gebaut, die heißen ‚Tetrapode‘.

Die werden dann so ineinander geschoben, dass sie nicht mehr bewegt werden können. An dieser Hafenmauer sind seeeehr viele davon verbaut, insgesamt 11000 Stück. So können auch bei schweren Stürmen die Wellen im Hafen keinen Schaden mehr anrichten.

Hegel war schwer beeindruckt davon.

Er hüpfte noch auf dem einen oder anderen Felsbrocken herum. Etwas vor der Küste entdeckte er noch eine kleine Insel, die vollständig mit Möwen besetzt war. Es gab keinen freien Platz mehr.

Als sie jedoch Hegel entdeckten, flogen sie auf und davon. Hegel verstand das nicht, so gefährlich sieht er doch nicht aus. Oder?

# 41 – Hegel beim Trekking

Das Vesper war gerichtet, der Rucksack war gepackt, die Wanderstöcke standen parat, nur …..

„Heeeegel!   Heeeeeeeeeegel!“ rief dr Großvaddr so laut, dass ihm Wohnmobil daneben der Hund zu bellen anfing und das Herrchen mit grimmiger Miene aus dem Fenster schaute.

Wo steckte er denn nun wieder. Als Großvaddr im Camper nachschaute, fand er Hegel eingeschnürt und in Riemen verheddert unterm Tisch. 

Er hatte sich aus einem Stoffbeutel einen Rucksack gebastelt und sich darin völlig verheddert, als er ihn aufsetzen wollte. Er kam nicht mehr vor und zurück. Großvaddr befreite ihn, nahm in auf die Schulter und band ihn am Rucksackriemen an. Sicher ist sicher.

Endlich konnten sie starten, sie wollten heute eine kleine Trekkingtour durch den Bergwald hinauf auf den Sattel zwischen den beiden Bergen machen. 

Sie gingen auf einem schmalen Pfad, der durch den Kiefer- und Birkenwald führte. Der Boden war über und über mit Heidelbeerbüschen übersät. Und große Pilze gab es.

An einem Bergbach machten sie eine erste Pause. Hegel hatte Durst und wollte etwas trinken. 

„Du kannst ruhig aus dem Bach trinken, das ist das beste und sauberste Wasser das es hier gibt.“ meinte Großvaddr, „es kommt von ganz oben in den Bergen“. 

Hegel hüpfte von der Schulter und trank aus dem Bach.

„Boahhh schmeckt das gut und so frisch wie das ist“, rief er und nahm gleich noch einen kräftigen Schluck. Weil daneben auch Heidelbeersträucher waren, sammelte er einige für eine kleine Zwischenmahlzeit ein.

Danach ging es weiter. Sie kamen bald an einem großen abgestorbenen großen Baum vorbei. Hegel hatte so was noch nicht gesehen. Und hüpfte natürlich gleich auf den untersten Ast. Schwupps… und schon war er auf dem nächsten. Das machte ihm großen Spass. Der Großvaddr warnte ihn aber, dass er nicht auf die dünnen Äste darf, da diese sonst brechen.

Dann ging es weiter. Mittlerweile war der Weg schon steiler und steiniger. Da waren die Wanderstöcke ganz nützlich. Hegel fiel auf, dass es auf einmal immer weniger Bäume wurden. Besonders gefielen ihm die Bäumchen, mit der schönen glatten und weißen Rinde. Er erfuhr, dass dies Birken sind.

„Wir sind jetzt schon so weit nach oben gekommen, dass hier kaum noch etwas wächst. Noch ein kleines Stück und dann gibts nur noch Steine und Fels“ meinte Großvaddr.

Als sie über dem Bergsattel waren und auf der anderen Seite den Bergpfad wieder hinab gingen, zappelte Hegel plötzlich auf der Schulter herum und griff voller Angst dem Großvaddr in den Bart.

„Auuuuuuua — Heegel was ist denn?“

„Dadadada vo vo vorne …..großßes Tietie groooße Stan….“ stammelte er und hatte mittlerweile den Bart wieder losgelassen.

„Das ist doch nur ein Rentier, die sind hier eben unterwegs und tun einem nichts. Schau mal, das ist eine Mutter, dort drüben steht ihr Kind“.

Hegel hüpfte auf die andere Seite der Schulter und machte plötzlich ganz große Augen, fast so groß wie seine Ohren.

Er konnte nicht glauben, was er sah. Ein weißes Tier.

Ein paar Meter neben der Rentiermutter lag das junge Rentier auf dem Boden und schaute zu Hegel herüber. Als wollte es sagen, ‚ich bin genauso klein wie Du und tu Dir nichts.‘

Es hatte sogar schon zwei kleine Geweihtriebe auf dem Kopf. Hegel kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Aber irgendwann mussten sie weiter gehen. 

Im Bergwald, durch den sie jetzt wieder abwärts gingen, entdeckte Hegel große Hügel zwischen den Bäumen. Hegel wollte schon auf den Hügel drauf hüpfen, aber im letzten Moment hielt ihn eine schnelle Hand fest. Das ist nochmals gut gegangen.

„Wieso sind da so große Erdhügel zwischen den Bäumen?“ wollte er wissen.

„Das sind Ameisenhaufen, der ganze Hügel sind Ameisen, die fleissig unterwegs sind. Und ganz innen sitzt die Ameisenkönigin. Alle Ameisen arbeiten für sie“, antwortete der Großvaddr. Sie gingen näher zu einem Hügel hin. Da wuselte es nur so von Ameisen. 

Als Hegel erfuhr, dass alle Ameisen auf der Erde etwa gleichviel wiegen wie alle Menschen auf der Erde, staunte er nicht schlecht. Das hätte er nicht gedacht.

Als sie bald darauf wieder am Auto angekommen waren, hüpfte Hegel gleich in seine Ecke und malte von allen Dingen, die er heute zum ersten Mal gesehen hatte, ein Bild. So konnte er sich später einmal anschauen, was das für ein toller Tag war heute.

36 – Hegel bekommt Hilfe

Geh mal am Deich entlang, ruft Hein, da treibt sich Bolle Hecht rum. Der ist voll in Ordnung und hilft Dir. Viel Erfolg bei Deiner Suche!

Danke! ruft Hegel zur Sandbank rüber und macht sich auf den Weg.

Und tatsächlich trifft er schon bald Bolle Hecht. Der guckt ihn anfangs ziemlich komisch an und will sich davon machen.

’Halt! ruft Hegel, ich komme von Kommissar Hein, das ist mein Großonkel, Der hat mich zu Dir geschickt

Bolle hält inne, kneift sein Auge zusammen und fragt misstrauisch Was willst Du von mir?

Da erzählt ihm Hegel die ganze Geschichte. Bolles Gesicht hellt sich auf und er kommt näher ran.

Den Hein kenne ich, wir sind gute Freunde. Und wenn es um die Krabbenbande geht, da helfe ich Dir gerne. Die habe ich nämlich auch auf dem Kieker!

Bolle und Hegel stecken die Köpfe zusammen und beratschlagen wie sie weiter vorgehen wollen.

Erstmal suchen sie die ganzen Deiche ab, ob sie etwas finden. Bolle nimmt die Nordseite und Hegel die Südseite der Hallig.

Nach einer Stunde, Hegel ist schon recht müde, sieht er weiter vorne am Deich etwas liegen, das sehr hell und fast weiß ist. Das fällt richtig auf bei den dunklen Steinen. Schnell springt er hin und ist ganz außer sich, als er sieht, was er gefunden hat.

Lauter aufgebrochene ‚Schatzkästchen‘ liegen auf dem Boden rum. Und alle sind leer. Die ganzen Perlen fehlen.

Das war die Krabbenbande! ruft er aufgeregt.
Das ist alles noch ganz frisch, nass und glitschig, das kann noch nicht lange her sein, dass die hier waren.

Vorsichtig sammelt er alles ein uns steckt es in eine Plastiktüte.
Da sind bestimmt Spuren drauf von der Bande!, ist sich Hegel sicher.

Er geht mit der gefundenen Beute zurück zur Warf, wo er sich mit Bolle Hecht treffen will.

Bolle wartet schon auf ihn.
Boahh, diese Halunken haben eine fette Beute gemacht!, ruft Bolle erstaunt, als er die ‚Schatzkästchen‘ sieht, die müssen wir schnell fassen, damit sie hinter Schloss und Riegel kommen.

Bolle Hecht berichtet Hegel, was er in der Zwischenzeit alles gemacht hat.
Dann hat er für Hegel noch eine Neuigkeit:
Ich habe meine Kumpels Harke und Borke getroffen. Die helfen uns beim Suchen. Die können das richtig gut und kommen viel schneller voran als wir. Schau, da hinten kommen sie!

Harke und Borke fliegen pfiffig über die Köpfe von Bolle und Hegel hinweg und winken mit den Flügeln. Sie drehen über dem Watt um und machen sich gleich wieder auf die Suche nach der Krabbenbande.

Vor den beiden kann sich die Bande nicht mehr lange verstecken, die sind schnell und kennen die Hallig wie ihre Westentasche., ist sich Bolle sicher.

Es ist schon spät geworden und die Sonne geht bald unter. Für heute können sie nicht mehr viel unternehmen. Sie verabschieden sich und verabreden sich gleich für morgen in aller Frühe.

Fortsetzung folgt …

35 – Hegel sucht die Krabbenbande

Nach dem Essen legt Hegel gleich los. Er umrundet erst einmal die Warft, wo die Krabbenbande das letzte Mal gesehen wurde. Da findet er aber nichts. Er will deshalb zur nächsten Warft und dort nachsehen.

Auf der Straße trifft er ein paar Gemeindearbeiter, die gerade den Seitenstreifen am Straßenrand mähen. Hegel fragt sie, ob sie etwas gesehen haben.

Haben sie nicht. Naja, wenn man den Kopf ständig am Boden hat, geht das auch schlecht. Der andere, der neben den beiden steht, hat auch nichts gesehen. Der muss aufpassen, dass die beiden richtig mähen.

Hegel geht weiter. Vorne an der Kreuzung schlägt er den Weg ein zur Warf ‚Treuberg‘, die gerade neu gebaut wird. Von der Warfkrone aus hat er einen besseren Überblick über die Hallig.

Ohje ist diese Hallig groß. Die Krabbenbande kann sich ja überall verstecken, ruft er, als er oben steht und die schier endlose Weite sieht.

Mit dem Fernglas sucht er die ganzen Wiesen und das Watt ab. Von der Bande ist nichts zu sehen.

Danach geht er am Deich entlang und schaut überall ganz genau hin. Und dann entdeckt er zwischen den Steinen eine kleine Tüte.

Es war ein Plan drin von der Hallig und ein paar Schriftzeichen, die er aber nicht entziffern kann. An einer Stelle im Plan ist ein Kreuz rein gemalt.

Das muss von der Bande sein, ist sich Hegel sicher. Er nimmt das Tütchen vorsichtig mit einem Stöckchen und steckt es in einen Plastikbeutel, so wie es ihm Hein gezeigt hatte.

Hegel geht nun auf dem hinteren Deich weiter zur nächsten Warf, wo das Kreuz auf der Karte gemalt war. Plötzlich hört er etwas. In der Deckung hinter dem Schilf schleicht er sich vorsichtig heran.

Weiter vorne sind vier oder fünf Gestalten unterwegs, aber es ist zu weit weg, um etwas zu erkennen und kurz darauf sind sie hinter dem Deich verschwunden.
Sapperlot, das könnte die Bande gewesen sein, schimpft er vor sich hin.

Später kommt er noch bei einer Flugging-Gruppe vorbei, die er fragen will, ob sie etwas Verdächtiges gesehen haben. Aber sie lassen sich bei ihren Sportübungen nicht aufhalten und fluggen schnell weiter.

Ohje, so einfach ist das doch nicht, denkt Hegel, die Hallig ist auch ganz schön groß. Er überlegt wie es nun weiter gehen soll.

Ich brauche jemanden der mir hilft, sagt er zu sich selbst.

Er geht zu Großonkel Hein und trifft diesen gerade noch an, er war auf dem Weg zum Mittagessen.

Großonkel Hein, ich brauche jemanden, der mir hilft, ruft er hinüber.

Hein überlegt eine Weile …. dann fällt ihm etwas ein.

Fortsetzung folgt …

34 – Hegel düst auf die Hallig

Hegel ist abfahrtbereit. Seine Tasche mit seinen Siebensachen hat er bei sich. Ein Fahrer war schnell gefunden, der Großvaddr hat gleich zugesagt und seinen eXpr3sso startklar gemacht.

Es ist schon spät am Abend geworden.

Hegel wirft seine Tasche auf den Rücksitz, schnallt sich an und schon düst er davon. Hoffentlich kommen sie rechtzeitig an.

Während der Fahrt zappelt Hegel unruhig hin und her, so aufgeregt ist er. Aber zwischendurch schläft er immer wieder ein. Als er einmal aufwacht, sieht er große Kräne und viele Container. Was? Schon soweit sind sie gekommen, Hamburg.

Gleich geht es durch den Elbtunnel. Bald drauf schläft Hegel wieder, das ist auch gut so. Er muss ja ausgeruht und fit sein, wenn er ankommt.

Als Hegel wieder aufwacht, ist es bereits hell und sie stehen jetzt am Fährhafen. Die kleine Fähre Hilligenlei fährt gleich los, sie haben Gottseidank noch einen Platz bekommen.

Die Überfahrt zur Hallig mit der Fähre kennt Hegel ja schon. Er überlegt, war das letztes Mal nicht auch die Hilligenlei?
Ja stimmt, sie sagen ja auch ‚Schlickrutscher‘ zu ihr – hihihi , quietscht er vor sich hin.

Unterwegs schaukelt es plötzlich und Hegel muss sich an der Reling festhalten, damit er nicht über Bord geht.

Bald darauf sind sie an der Anlegestelle auf Langeneß und fahren von der Fähre herunter.

Jetzt kann es losgehen, Hegel kurbelt das Fenster runter und ruft

Aber erst einmal fahren sie zur Wohnung und bringen ihre Sachen aufs Zimmer. Und dann muss Hegel nachher auch noch zu Großonkel Hein und ihm ‚Guten Tag‘ sagen.

Eine halbe Stunde später ist Hegel am Leuchtturm, wo man zur Sandbank rüber schauen kann. Hein liegt dort in der Sonne und genießt seinen Ruhestand. Er gibt Hegel noch ein paar Tips und Ratschläge, wie er der Krabbenbande das Handwerk legen kann. Weitere Hinweise kann er ihm aber nicht geben. Die Bande ist sehr vorsichtig und lässt sich nicht blicken.

Hegel geht wieder zurück und überlegt sich, wie er wohl am besten anfangen kann. Aber jetzt muss er erst einmal zurück zur Wohnung und etwas essen. Sein Magen knurrt schon recht laut. Das hatte er vor lauter Aufregung um die Krabbenbande ganz vergessen.

Fortsetzung folgt …

31 – Hegel im großen Sandkasten

Hegel ist mal wieder so richtig in Fahrt gekommen. Man konnte ihn kaum halten. Er wollte sofort los rennen, am liebsten alles anfassen und dran rumbauen. Ohjeeee….. das wär ein Unglück gewesen! 

Aber der Reihe nach. Beim Besuch der Festung in Lappeenranta war er zunächst richtig griesgrämig, hatte zu nichts Lust und nörgelte an allem rum. Man musste ihn immer anschubsen, damit wir vorwärts kamen.

Aber dann, aaaaaber dannnn! Hegel wollte gleich losrennen. Gut dass wir darauf vorbereitet waren und ihn bremsen konnten.

Wir waren an einer riesigen Sandburg angekommen, die hier jedes Jahr im Sommer von Künstlern aufgebaut wird. Die war richtig groß und man konnte sogar reingehen. 

An und auf der Sandburg waren ringsherum lauter Figuren und andere Dinge aus Sand ‚geschnitzt‘ worden. So sagt man dazu, wenn man so eine Figur aus Sand macht.

Hegel wollte natürlich alles sehen und gleich dran rumbauen. Aber nachdem wir ihm erklärt hatten, dass er dadurch alles kaputt machen würde, hatte er es eingesehen und hielt großen Abstand.

Die Figuren sind alle nur aus Sand gebaut und Wasser natürlich. Dann wird der Sand fest zusammengepresst und danach kann man die Sachen schnitzen. 

Damit beim nächsten Regen nicht alles zusammen fällt, kommt am Schluss ein normaler Holzleim drauf, so hält es den ganzen Sommer. Hegel hatte aufmerksam zugehört, jetzt war ihm klar, dass schon die kleinste Berührung eine Figur beschädigen konnte. 

Der Reihe nach ist er vor allem Skulpturen herumgehüpft und hat sie von allen Seiten angeschaut. 

Hegel war ganz aus dem Häuschen, aus dem Sandhäuschen sozusagen.

Er fing nach dem Besuch der Sandburg im kleineren Sandkasten nebenan gleich damit an, eine Sandburg zu bauen. Aber ein bisschen kleiner … 😀

30 – Hegel und die Burg des Olaf

Hegel wollte unbedingt eine Burg sehen.

Na gut, das werden wir auf dem Weg durch Finnland bestimmt eine finden.

Es dauerte dann auch gar nicht lange, dann stand Hegel vor einer Burg.

Und was für eine Burg das war, heisa. Das war eine Niederungsburg. Die Burg stand nicht auf einem Berg wie die meisten Burgen. Sie stand auf einer kleinen Insel in einem See und war ringsherum vom Wasser umgeben. Es war die Olafsburg in Savonlinna, das ist in Finnland. Auf finnisch heißt die Burg Olavinlinna.

Die Burg hatte drei ganz dicke fette Türme.

Das eine war der Glockenturm, das andere der Kirchturm und der dritte war der St-Eriks-Turm. Und von jedem Turm konnte man über die Burgmauern zum andern laufen. Auch die Burgmauern waren richtig breit.

Deswegen haben sie auch so lange gebraucht bis die Burg fertig gebaut war: 10 Jahre haben sie daran gebaut. 10 Jahre? Hegel sah seine beiden Hände an. Das waren so viele Jahre wie er Finger an den Händen hatte. Er konnte es kaum glauben.

Hegel wäre zu gerne auf die Türme. Aber an dem Tag, als er da war, waren die Türme geschlossen, weil auf der Burg eine Veranstaltung war. Das große Holztor war geschlossen.

Naja, vielleicht klappt es ein andermal. Hegel war aber dennoch schwer beeindruckt von den dicken Türmen.

Er musste in der darauffolgenden Nacht davon geträumt haben. Immer wieder murmelte er „dick und fett“ und „Olinna“..

Naja, finnisch ist auch nicht ganz einfach…. 🙂