43 – Hegel auf dem Gipfel

Hegel war heute schon früh auf den Beinen. Er wollte auf keinen Fall verschlafen und riskierte nichts. Raus aus den Federn und angezogen.

Aber bis es losging, musste er noch warten, bis alle gefrühstückt hatten und der Rucksack gepackt war.

Dann ging es los. Die Wanderstöcke waren dieses Mal auch mit dabei, denn es sollte auf einen Gipfel hinauf gehen. Hegel brauchte natürlich keinen, denn er saß ganz oben auf dem Rucksack. So konnte er alles sehen.

Über der Straße stand ein Wegweiser, der zeigte wohin es ging und wie der Gipfel hieß. Auf den ‚Langdalsryggen‘ sollte es gehen.

Es ging von Anfang an gleich richtig bergauf. Da kam sogar Hegel ins Schnaufen, obwohl er ja gar nicht ging…

Nach einer halben Stunde waren sie schon viel höher.

„Hahaha“ lachte Hegel „der Camper sieht von hier oben ja aus wie ein Spielzeugauto!“.

Bald darauf hatten sie den größten Anstieg geschafft.

Nun ging es zwischen den Felsen in einem Auf und Ab an vielen kleinen und größeren Bergseen vorbei.

Hegel wollte jetzt natürlich nicht mehr auf dem Rucksack bleiben. Er hüpfte gleich auf einen Felsen neben ihm. Beinahe hätte er das Gleichgewicht verloren und wär in einen kleinen See gefallen.

Das ging noch einmal gut. Großvaddr erklärte ihm, dass man bei nassen Felsen besonders aufpassen muss. Die können sehr glatt sein.

So ging es noch eine Weile und Hegel hüpfte von einem Fels zum anderen.

Noch ein kurzer Stück ging es bergauf, dann war Hegel am Gipfelkreuz oben angekommen.

Langdalsryggen stand auf dem Gipfelkreuz, 531 m war dieser hoch. Daneben war noch ein Kasten mit einem Gipfelbuch, in das Großvaddr einen Eintrag mit ihren Namen machte.

Auf dem Gipfel war es ganz schön windig. Deshalb traten sie bald wieder den Rückweg an.

Hegel hüpfte wieder von Fels zu Fels.

„Hier entlang“ rief er auf einmal, „dieser Linie müssen wir folgen, die zeigt uns den Weg nach unten!“. Er zeigte auf eine fast weiße Linie, die auf den Felsen zu sehen war.

„Hegel, wenn Du dieser Linie folgst, kommst Du nie mehr nach Hause“, rief ihm Großvaddr zu. Er ging mit Hegel ganz nah hin, bis dieser dann merkte, dass die Linie gar nicht aufgemalt war. Sie war im Felsen drin enthalten und war aus Quarz. Sie hat sich in einem Riss des Felsens vor über 1 Million Jahre gebildet.

Hegel begann zu überlegen, schloss die Augen, malte Kreise in die Luft und rief plötzlich, „das ist ja eine 1 mit sechs Nullen hinten dran!“

Einige Meter weiter erklärte ihm Großvaddr „Du musst nach diesen blauen Markierungen Ausschau halten“.

Diese blaue Markierung war ganz am Anfang auf dem Wegweiser. Das ist meistens so, dass dort eine Farbe oder ein Zeichen angebracht ist, auf das man unterwegs achten muss und das den Weg anzeigt.

„Ohjeohje“ rief Hegel „da wäre ich völlig falsch gelaufen und hätte mich verirrt“.

Bergab ging es jetzt natürlich viel schneller, als bergauf. Nach einer halben Stunde waren sie wieder am Camper angekommen. Hegel sah ganz schön müde aus. Und was machte er gleich drauf?

Richtig…. er schlief wie ein Murmeltier. Gipfel besteigen macht ganz schön müde.

42 – Hegel und die großen Brocken

Hegel saß mal wieder ganz vorne auf dem Armaturenbrett, mit der  Nase fast an der Windschutzscheibe. Da hatte er alles im Blick. Denn heute wurde es spannend. Die Fahrt ging ganz nach vorne ans Meer. Und das war ein ganz besonderes Meer, nämlich das Eismeer. Eigentlich heißt es ja Barentssee oder Arktischer Ozean, aber Eismeer gefiel ihm besser. Dahinter gab es kein Festland mehr nur noch die Arktis und ein Stück weiter nördlich den Nordpol. Aber das war schon noch ein großes Stück.

So sehr sich Hegel auch anstrengte, er konnte kein Land entdecken.

Der Großvaddr fuhr ganz vorne hin an eine große Mauer. Weiter ging es nicht.

„Boaahhh“ rief Hegel, als er die großen Felsbrocken liegen sah. „Wieso liegen denn diese große Brocken hier?“

Er erfuhr, dass dies sogenannte Wellenbrecher sind. Sie werden vor einem ungeschützten Hafen aufgetürmt. Dann werden bei einem Sturm die hohen Wellen ‚gebrochen‘ und fallen dahinter zusammen und spritzen auf. Wenn das nicht wäre, würden sie mit voller Wucht in den Hafen klatschen und die Boote und Schiffe zerstören.

Die Brocken sind so schwer, dass man einen Kran braucht, um sie zu bewegen. Und trotzdem werden sie bei einem sehr schweren Sturm von den Wellen noch verschoben.

Man hat deshalb ganz besondere ‚Wellenbrecher‘ gebaut, die heißen ‚Tetrapode‘.

Die werden dann so ineinander geschoben, dass sie nicht mehr bewegt werden können. An dieser Hafenmauer sind seeeehr viele davon verbaut, insgesamt 11000 Stück. So können auch bei schweren Stürmen die Wellen im Hafen keinen Schaden mehr anrichten.

Hegel war schwer beeindruckt davon.

Er hüpfte noch auf dem einen oder anderen Felsbrocken herum. Etwas vor der Küste entdeckte er noch eine kleine Insel, die vollständig mit Möwen besetzt war. Es gab keinen freien Platz mehr.

Als sie jedoch Hegel entdeckten, flogen sie auf und davon. Hegel verstand das nicht, so gefährlich sieht er doch nicht aus. Oder?

# 41 – Hegel beim Trekking

Das Vesper war gerichtet, der Rucksack war gepackt, die Wanderstöcke standen parat, nur …..

„Heeeegel!   Heeeeeeeeeegel!“ rief dr Großvaddr so laut, dass ihm Wohnmobil daneben der Hund zu bellen anfing und das Herrchen mit grimmiger Miene aus dem Fenster schaute.

Wo steckte er denn nun wieder. Als Großvaddr im Camper nachschaute, fand er Hegel eingeschnürt und in Riemen verheddert unterm Tisch. 

Er hatte sich aus einem Stoffbeutel einen Rucksack gebastelt und sich darin völlig verheddert, als er ihn aufsetzen wollte. Er kam nicht mehr vor und zurück. Großvaddr befreite ihn, nahm in auf die Schulter und band ihn am Rucksackriemen an. Sicher ist sicher.

Endlich konnten sie starten, sie wollten heute eine kleine Trekkingtour durch den Bergwald hinauf auf den Sattel zwischen den beiden Bergen machen. 

Sie gingen auf einem schmalen Pfad, der durch den Kiefer- und Birkenwald führte. Der Boden war über und über mit Heidelbeerbüschen übersät. Und große Pilze gab es.

An einem Bergbach machten sie eine erste Pause. Hegel hatte Durst und wollte etwas trinken. 

„Du kannst ruhig aus dem Bach trinken, das ist das beste und sauberste Wasser das es hier gibt.“ meinte Großvaddr, „es kommt von ganz oben in den Bergen“. 

Hegel hüpfte von der Schulter und trank aus dem Bach.

„Boahhh schmeckt das gut und so frisch wie das ist“, rief er und nahm gleich noch einen kräftigen Schluck. Weil daneben auch Heidelbeersträucher waren, sammelte er einige für eine kleine Zwischenmahlzeit ein.

Danach ging es weiter. Sie kamen bald an einem großen abgestorbenen großen Baum vorbei. Hegel hatte so was noch nicht gesehen. Und hüpfte natürlich gleich auf den untersten Ast. Schwupps… und schon war er auf dem nächsten. Das machte ihm großen Spass. Der Großvaddr warnte ihn aber, dass er nicht auf die dünnen Äste darf, da diese sonst brechen.

Dann ging es weiter. Mittlerweile war der Weg schon steiler und steiniger. Da waren die Wanderstöcke ganz nützlich. Hegel fiel auf, dass es auf einmal immer weniger Bäume wurden. Besonders gefielen ihm die Bäumchen, mit der schönen glatten und weißen Rinde. Er erfuhr, dass dies Birken sind.

„Wir sind jetzt schon so weit nach oben gekommen, dass hier kaum noch etwas wächst. Noch ein kleines Stück und dann gibts nur noch Steine und Fels“ meinte Großvaddr.

Als sie über dem Bergsattel waren und auf der anderen Seite den Bergpfad wieder hinab gingen, zappelte Hegel plötzlich auf der Schulter herum und griff voller Angst dem Großvaddr in den Bart.

„Auuuuuuua — Heegel was ist denn?“

„Dadadada vo vo vorne …..großßes Tietie groooße Stan….“ stammelte er und hatte mittlerweile den Bart wieder losgelassen.

„Das ist doch nur ein Rentier, die sind hier eben unterwegs und tun einem nichts. Schau mal, das ist eine Mutter, dort drüben steht ihr Kind“.

Hegel hüpfte auf die andere Seite der Schulter und machte plötzlich ganz große Augen, fast so groß wie seine Ohren.

Er konnte nicht glauben, was er sah. Ein weißes Tier.

Ein paar Meter neben der Rentiermutter lag das junge Rentier auf dem Boden und schaute zu Hegel herüber. Als wollte es sagen, ‚ich bin genauso klein wie Du und tu Dir nichts.‘

Es hatte sogar schon zwei kleine Geweihtriebe auf dem Kopf. Hegel kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Aber irgendwann mussten sie weiter gehen. 

Im Bergwald, durch den sie jetzt wieder abwärts gingen, entdeckte Hegel große Hügel zwischen den Bäumen. Hegel wollte schon auf den Hügel drauf hüpfen, aber im letzten Moment hielt ihn eine schnelle Hand fest. Das ist nochmals gut gegangen.

„Wieso sind da so große Erdhügel zwischen den Bäumen?“ wollte er wissen.

„Das sind Ameisenhaufen, der ganze Hügel sind Ameisen, die fleissig unterwegs sind. Und ganz innen sitzt die Ameisenkönigin. Alle Ameisen arbeiten für sie“, antwortete der Großvaddr. Sie gingen näher zu einem Hügel hin. Da wuselte es nur so von Ameisen. 

Als Hegel erfuhr, dass alle Ameisen auf der Erde etwa gleichviel wiegen wie alle Menschen auf der Erde, staunte er nicht schlecht. Das hätte er nicht gedacht.

Als sie bald darauf wieder am Auto angekommen waren, hüpfte Hegel gleich in seine Ecke und malte von allen Dingen, die er heute zum ersten Mal gesehen hatte, ein Bild. So konnte er sich später einmal anschauen, was das für ein toller Tag war heute.

32 – Hegel bekommt einen Anruf von Kommissar Hein

Hegel hängt in seinem Sessel und döst vor sich hin. Er war vorhin draußen im Wald unterwegs und ist jetzt hundemüde.

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Er ist gerade am Einschlafen …. dann klingelt das Telefon. Einmal, zweimal, dreimal….
Hegel denkt, das würde er träumen. Als es aber das fünfte Mal so penetrant geklingelt hat, merkt er, dass es echt ist.

Schnell greift er das Telefon und schaut erst mal wer da anruft.
Kommissar Hein steht auf dem Bildschirm.

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Oha!
Er drückt auf die grüne Taste.

Hallo Hegel, hier ist Dein Großonkel Hein, kannst Du Dich noch an mich erinnern?

Und ob Hegel das konnte. Den Großonkel hatte er vor vielen Jahren kennen gelernt, als er auf der Hallig zu Besuch war. Der Hein ist ein lustiger Kerl, spritzte einen immer nass. Hahahaha…..

Hör mal zu Hegel, ich brauche Deine Hilfe. Hier auf der Hallig treibt die Krabbenbande ihr Unwesen. Ich kann ja nichts mehr machen, bin schon länger im Ruhestand und auch nicht mehr der Schnellste. Und auch mein Kollege, der Joey Hava, ist nicht mehr im Dienst. Da dachte ich, der Hegel ist ein fixes Kerlchen und könnte den Fall übernehmen. ‌Wär das was für Dich? Ich würde Dir natürlich helfen, wo ich kann.

Hegel überlegt und stammelt …
ich bin doch kein Poli…, kenn mich doch gar nicht…. und wann soll i ….

Er wird unterbrochen.
Ach Hegel, Du bist doch ein kluger und mutiger Bursche, der alle in den Sack stecken kann. Oder täusche ich mich?
fragt Hein listig nach.

Da kann Hegel natürlich nicht mehr ‚Nein‘ sagen. Naja, denkt er … eigentlich hat Großonkel Hein völlig recht, ich bin ja schon ein kluges Kerlchen und auch mutig.
Also gut Großonkel Hein, ich komme. Ich muss noch ein paar Sachen erledigen, einkaufen und zum Frisör und …
Weiter kommt er nicht.

Hegel Du musst sofort losfahren, es eilt. Such Dir jemand, der Dich schnell hierher fährt.

Ohje, auf was hat er sich da eingelassen.
In Ordnung Großonkel Hein, ich komm so schnell wie möglich!

Tschüss Hegel, bis bald
und schon hat es klick gemacht. Weg ist er.

Ohjeee, ohjeee denkt Hegel. Ich habe doch keine Ahnung von der Ganovensuche. Und wer ist ‚Dschoehawa’?

Hegel kramt in seiner Fotokiste und findet sogar noch ein Foto von seinem Großonkel Hein.

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Da fällt ihm ein, dass er einmal einen Film von Großonkel Hein gesehen hat, in dem er einen Fall gelöst hatte. Den muss er unbedingt vorher noch anschauen.

Und dann muss er noch jemanden finden, der ihn auf die Hallig fährt.
Aber erstmal sucht er den Film …

Fortsetzung folgt ….