Das sind sie!, raunt Hegel zu Bosse hinüber.
Die Halunken schauen sich immer wieder verstohlen nach allen Richtungen um. Nur einmal ist ein ganz leises Schnattern zu hören, worauf einer vom Nebenmann gleich eine Ohrfeige bekommt. ‚Klatsch‘ – das hören sogar Hegel und Bolle.

Hegel will schon losrennen, aber da hält ihn Bolle Hecht zurück.
Hegel, wir müssen noch kurz warten, bis sie die Schatzkästchen aufmachen. Dann haben wir sie wirklich auf frischer Tat ertappt, mahnt Bolle.
Ein paar Minuten später sind die Halunken bei den Schatzkästchen und machen sie auf. Jetzt sehen Hegel und Bolle die fünf Typen genauer, sie sind kräftig und schauen alle finster drein. Ohje, wie sollen sie die nur fangen?
Bolle blickt zum Himmel und sucht nach Harke und Borke. Die sind nicht weit weg und bekommen alles mit. Mit den Flügeln geben sie Bolle ein Zeichen, sie sind bereit.

Los Hegel, jetzt fangen wir sie, Harke und Borke sind auch da, flüstert er Hegel zu.
Hier nimm auch ein paar Flügelschellen, er reicht Hegel ein paar rüber.

Hegel steht auf, Also, auf Drei rennen wir los. Eins zwei … und schon rennt er los, Bolle gleich hinter ihm her.
Es ist nicht weit zu den Halunken. Die haben ihre Köpfe noch in den Schatzkästchen und gar nicht mitbekommen, dass Hegel und Bolle kommen.
Jetzt haben wir euch, ihr Halunken!, ruft Bolle als sie nur noch wenige Meter weg sind. Die Bande lässt die Schatzkästchen fallen und rennt weg. Und wie schnell die sind!

Halt! Bleibt stehen! Ihr seid ertappt! ruft Hegel ihnen zu.
Die Halunken aber rennen weiter und heben plötzlich ab.
So eine Sch…eibenkleister! ruft Hegel völlig außer Atem. Bolle Hecht hechelt drei Meter hinter ihm her und bekommt keinen Laut aus sich raus.
So ein Pech aber auch! schimpft Hegel, fast hätten wir sie gehabt.
Bolle nickt, immer noch außer Atem.
Dann hören die beiden über sich pötzlich ein Zischen und Rauschen wie bei Starkwind. Als sie zum Himmel blicken, kommen Harke und Borke daher und hinter ihnen ihre Kumpels. Das ist die komplette Boßelmannschaft von Schlammbüssel.
Sie fliegen furchteinflößend schnatternd über sie weg und der Krabbenbande hinterher. Jeder hat einen großen schweren Boßel in der Klaue. Kurze Zeit später haben sie die Halunken eingeholt und umkreisen sie. Die haben keine Chance zu entkommen. Und einen Boßel will auch keiner auf die Flügel kriegen, das tut fürcherlich weh.
Wenig später übergeben sie die Krabbenbande Hegel und Bolle. Die legen ihnen gleich die Flügelschellen an.
So, jetzt haben wir ihnen das Handwerk gelegt. Die Falle ist zugeschnappt! Und dank eurer aller Hilfe können wir sie jetzt hinter Gitter bringen. ruft Hegel den vielen Helfern zu. Die gesamte Mannschaft spendet flügelklatschend und schnattrig lachend großen Applaus.
Hegel und Bolle bringen die Krabbenbande anschließend in das Geflugfängnis der Hallig.

Danke Bolle, ohne Deine Hilfe und die der anderen hätte ich das alleine nie geschafft, bedankt sich Hegel bei Bolle Hecht.
Ach das ist doch selbstverständlich. Ohne Deinen Einsatz Hegel wäre es gar nicht so weit gekommen, gibt Bolle den Dank zurück.
Hegel lehnt am Zaun und schnauft erst einmal aus. Puhhh, das wäre geschafft!

Beide gehen anschließend zu Großonkel Hein. Der wartet schon gespannt und lässt sich alles haarklein berichten.
Am nächsten Tag kommt ein großer Bericht davon in der Zeitung ‚Der Hallig-Bote‘. Von Hegel ist sogar ein großes Foto drin.

Als Hegel das sieht, freut er sich riesig. Und ist auch ein klein wenig stolz darauf, dass er das mit Hilfe der anderen so gut geschafft hat.
Am andern Morgen verabschieden sich Hegel und dr Großvaddr von Großonkel Hein und Bolle und fahren mit der Fähre wieder zurück ans Festland. Harke und Borke fliegen noch eine Weile neben ihnen her und winken zum Abschied mit den Flügeln.

Auf der Rückfahrt fällt Hegel gleich in einen Tiefschlaf, so müde ist er.

Er träumt von seinem Freund Bolle, von der Boßelmannschaft mit lauter Schatzkästchen in ihren Klauen und natürlich von Harke und Borke. So möchte er fliegen können ….
* * * E N D E * * *




