„Hegel…. Heeegel….!“ wo ist denn dieser Flegel Hegel jetzt schon wieder? Der wird doch nicht auf der Burg oben geblieben sein?!
„….HEEEEGEL! ….“ Ah, da unten im Rucksack tut sich was. Aus einer Seitentasche lugte der Hegel raus, wischte sich mit einem Ohr die Sandkörner aus den Augen und hüpfte auf den Tisch.
Er war nach der anstrengenden Besichtigung der Burg in Tallinn auf dem Rückweg eingeschlafen.
„Gleich fahren wir mit der Fähr…..“ Der Satz war nicht zu Ende gesprochen, da saß Hegel schon ganz vorne auf dem Armaturenbrett.

Gespannt verfolgte er, wohin die Fahrt ging. Vom Parkplatz fuhr der Großvaddr direkt zum Fährterminal in den Hafen. Von dort aus startete die Fähre über die Ostsee hinüber nach Helsinki. Das ist in Finnland.
Die Schranken zur Einfahrt in das Fährterminal öffneten sich alle automatisch. Und nach einer Weile ging es dann los. Hegel war richtig hippelig. Er zappelte vorne rum, war einmal am linken Fenster, einmal am rechten Fenster.
Als Hegel dann die Fähre sah und merkte, dass der Großvaddr auf ein großes Maul eines riesigen Fisches zufuhr, hüpfte er mit weit aufgerissenen Augen dem Großvaddr auf den Bauch und klammerte sich an seinem Bart fest. Er zitterte wie Espenlaub.

„Auaa! …. Mensch Hegel, was machst Du denn?“
„Ddd….. daa….. Maaauu….“ Hegel bekam kein Wort raus.
„Hegel, das ist doch nur die Fähre und das ist auch kein Maul, sondern die offene Klappe im Schiffsrumpf, zu der die Autos rein fahren“.
Hegel ließ los und der Großvaddr konnte wieder drauf achten, dass er nicht ins Wasser, sondern in die Fähre fuhr.
Innen standen schon viele Autos in dem riesengroßen „Bauch“ der Fähre.

Hegel wusste jetzt nicht, wohin er überall schauen sollte. So viel Neues gabs zu sehen. Aber viel Zeit blieb ihm nicht. Alle mussten das Auto verlassen und hinauf an Deck.
Die Fähre war sehr groß, zehn Stockwerke hatte sie.
Ganz oben konnte man hinaus auf das Deck und sich den Hafen und die Stadt vom Wasser aus ansehen.
Plötzlich sah Hegel einen großen weißen Vogel, den er noch nie gesehen hatte. Oder doch…..? Natürlich, der sah genauso aus wie die auf der Hallig. Es war eine Möwe. Man konnte sogar ganz nah ran.

Aber als Hegel fast bei ihr war, war es der Möwe nicht mehr geheuer. So einen Hegel hatte sie noch nie gesehen und machte den Abflug.

Hegel entdeckte beim Umhergehen auf Deck noch eine weitere große Fähre, die ebenfalls im Hafen lag.

Plötzlich hörte Hegel ein lautes, ein sehr lautes ‚Tööööhhhnnnnn‘ und das ein paar mal. Hegel klappte sich die Ohren ein. Und dann gings los, die Fähre verließ langsam den Hafen und nahm Kurs auf Helsinki.

Hegel stand unter der Flagge und schaute noch lange auf die immer kleiner werdenden Häuser zurück.

Was ihn wohl in Finnland erwarten würde, überlegte sich Hegel. Weiter kam er aber nicht, das monotone Brummen der Motoren und die frische Seeluft ließen ihn bald einschlafen. Natürlich hing er wieder an seinem Stammplatz im Rucksack.
