Irgendwas stimmt heute mit Hegel nicht. Er hüpfte schon den ganzen Vormittag auf dem Beifahrersitz hoch, als wolle er sich unbedingt den Kopf an die Decke stoßen.
‚Was ist denn los Hegel?‘ fragte der Großvaddr.
„Ich will einfach mehr sehen können und über die Büsche schauen da vorne“.
„Achsooo, na dann zieh Dich mal ordentlich an und hüpf auf den Rucksack. Dann gehts heute gleich zwei mal höher rauf“.
„Zweimal….?“ fragte Hegel, der schon in der Seitentasche des Rucksacks saß.

Erst ging es am kleinen Hafen entlang, an dem auch Bootshäuschen standen und dann über Stock und Stein durch ein kleines Wäldchen. Es dauerte nicht lange, dann blickte Hegel auf ein großes Ungetüm.

Fragend und ängstlich blickte er Großvaddr an. Der erklärte ihm, dass dies ein ganz normaler Beobachtungsturm ist, auf den sie jetzt hochgehen würden.
Schwups war Hegel aus der Tasche gehüpft und rannte los zum Turm. Als Großvaddr ankam, sah er Hegel wieder hüpfen.

„Ja was ist denn jetzt wieder los?“
„Ich komm nicht da rauf“ jammerte ihm Hegel entgegen. Hegel war einfach zu klein, um die Stufen hinauf zu steigen. Er kam nicht von der einen zur nächsten Stufe. Großvaddr nahm ihn schnell und setzte ihn auf seine Schulter.
Bald drauf stand Hegel oben und schaute über das Geländer.

„Uihhhhh kann man da weit sehen. Bis ganz weit nach hinten. So weit bis man nichts mehr sieht, weil alles zu klein wird.
Hegel rannte auf dem Geländer von einer Seite auf die andre und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

„Du hast gesagt, es würde zweimal höher hinauf gehen“ meinte Hegel fragend.
Dann erklärte ihm Großvaddr, dass das ganze Land ringsum vor vielen vielen vielen und nochmals vielen Jahren von einer dicken Eisschicht bedeckt war. Die war so dick und dadurch so schwer, dass sie das ganze Land unter ihr hinab drückte.
Hegel schaute Großvaddr misstrauisch an, ob der ihn auf den Arm nehmen wollte?
Großvaddr ahnte das und erklärte Hegel weiter, dass er das daheim einmal selbst mit einem großen Brocken Eis und etwas Erde versuchen könne.
„Ja und wo ist das zweiter Höher?“ wollte Hegel wissen.
Das zweite ‚Höher‘ erklärte Großvaddr, gibt es dadurch, dass dieses hinab gedrückte Land wieder heraufkommt, seit die Eisdecke weg ist. Das geschieht seeeeehr langsam, aber seit vielen vielen vielen Jahren geht das jetzt schon so. Jedes Jahr steigt das Land etwa um einen Zentimeter an.

Hegel zog die Stirn in Falten, drehte die Augen einmal links und einmal rechts, klappte das rechte Ohr runter und meinte: „Dann ist es an dieser Stelle ungefähr 50 cm höher, wenn ich 50 Jahre als bin?“
„Du bist gut Hegel, das stimmt genau“ meinte Großvaddr.
Hegel staunte nicht schlecht und hüpfte vom Geländer auf die Bank, das waren ungefähr 50 cm.. „Uihhhhh“
Als es Zeit war zu gehen, wollte Hegel noch über das innere Geländer schauen. Da ging es gaaaanz weit runter.

Wie lange würde dieses Land hier brauchen um so hoch zu wachsen, überlegte Hegel. Er fragte den Großvaddr. Der meinte nur „Du zählst beim runter gehen die Stufen und dann kannst Du das später ausrechnen.
„1…2…3…4…5…..188…189…..“
Als Hegel am Nachmittag im Camper saß, fing er an „1 Stufe sind 14 cm, das sind etwa 14 Jahre, 2 Stufen sind 28 cm……“ Bei der sechsten Stufe schlief Hegel tief und fest.
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